FAQ

Immer wieder stellt ihr uns ähnliche Fragen zu unserem Leben mit den Schafen. Um uns besser kennen zu lernen, möchten wir für euch vorab deshalb schon mal ein paar davon beantworten.

Wie seid ihr zur Herde gekommen?

Als wir beide im Frühjahr 2014 für eine kleine Joggingrunde unterwegs waren, fiel uns ein herrenloses Schaf auf einem der Felder auf. Zuerst dachten wir, wir sehen nicht richtig und hielten darauf beide kurz an. Als wir Mäh-Geräusche machten, reagierte das Schaf und kam Stück für Stück näher. Da wir es nicht einfach zurück lassen wollten und nach Absuchen des Umkreises die Herkunft nicht klären konnten, beschlossen wir, es einzufangen. Ein nahe gelegener Steinbruch kam uns hier zu Hilfe. Auch in den Tagen danach konnten wir mit Polizei und Landwirten nicht klären, wohin „Paula“ gehörte, weshalb wir sie adoptierten.

Nachdem wir sie als Herdentier in eine bestehende Gruppe integrieren konnten, übernahmen wir diese 2016, als die dort im Frühjahr geborenen Lämmer zum Schlachter gebracht werden sollten. Ab jetzt waren wir offiziell Schafeltern.

Gibt es bei euch Nachwuchs bzw. was macht ihr mit den Lämmern?

Im Winter 2016 / 2017 bekamen wir tatsächlich unverhofft Nachwuchs: Sunny, Peter, Paul, Easy und Carlo wurden geboren und wir und ihr haben seitdem sehr viel Freude an und mit ihnen. 

Da nun jedoch alle Buben der Herde kastriert sind, gibt es zum einen keine Lämmer mehr, die Böcke können deshalb auch bedenkenlos in der Herde bleiben. Keinen weiteren Nachwuchs zu bekommen, ist einer der Gründe, warum gerade viele männliche Schafe beim Schlachter landen.

Verkauft ihr dann auch die Milch oder das Fleisch?

Bereits 2013 entschlossen wir uns, zunächst aus Mitgefühl mit den Tieren, selbst vegan zu leben und möglichst keinen Unterschied in der Behandlung unseres Hundes, unserer Katzen, Hasen, Hühner und eben auch der Schafe zu machen. Gerade durch das Zusammenleben mit den Tieren wurde uns noch mehr bewusst, wie viel Freude, aber eben auch Angst und Leid sie empfinden können.

Als Säugetier gäbe das Schafe genau wie die menschliche Frau ohnehin nur dann Milch, wenn ein Junges geboren wurde. Um die Milch für den Menschen zu verwerten, müsste man dem Lamm zumindest einen großen Teil der Milch vorenthalten und es stattdessen ggf. mit einem günstigen Ersatzprodukt füttern. Da wir weder diese Praxis begrüßen, noch weitere Lämmer erwarten, bieten wir keinerlei Produkte vom Schaf an.

Müssen die Schafe geschoren werden?

Gerade im Sommer „leiden“ die Schafe sehr, wenn ihre Wolle den Winter über gewachsen ist und im Sommer wäre dies ein idealer Nistplatz für Krankheitserreger. Deshalb werden sie einmal im Jahr geschoren. 

Gemeinsam mit unserem Profi-Schafscherer Niko passen wir deshalb immer den bestmöglichen Zeitpunkt ab, um nicht noch einmal im Verlauf des Jahres scheren zu müssen. Eine Vorgehensweise, die sich mittlerweile sehr bewährt hat. 

Zwar kommen wir beim Einzäunen und Positionieren der Schafe nicht ganz ohne Stress für die Tiere aus, versuchen jedoch die Aufregung in der Herde zu minimieren. Dass uns das gut gelingt, sehen wir daran, dass sie weder verstört, noch ängstlich sind, wenn sie ihre Wolle gelassen haben. Leider haben wir das auch schon anders erlebt, was in uns die Entscheidung die Herde zu übernehmen, gefestigt hat. 

Was passiert mit der Wolle?

Wir haben liebe Menschen gefunden, die die Wolle nach ursprünglichem Vorbild, mit Respekt vor Tier und Natur weiter verarbeiten, weshalb wir sie nicht wegwerfen müssen. Über diese Möglichkeit sind wir sehr dankbar und freuen uns, dass es Menschen gibt, denen das Wohl ihrer „Produktlieferanten“ sehr am Herzen liegt, gerade weil dies die Ausnahme darstellt.

Denn wird ein Prozess wie die Wollgewinnung möglichst wirtschaftlich gestaltet, leiden immer mehr Teilnehmer in der Produktionskette darunter. So ist das Entfernen der Haut rund um den Schwanz von Schafen ohne Schmerzausschaltung, das sog. Mulesing, in Australien und Neuseeland zum Beispiel Gang und Gäbe. Es soll den Befall mit Fliegenmaden gerade in der Massentierhaltung eindämmen, ohne das Wollwachstum einzuschränken.

Schön zu wissen, dass viel bessere Alternativen, z.B. aus Baumwolle gibt und wir keinesfalls auf Wolle angewiesen sind.